May 15, 2023

Lebensmittelwahl vs. Regional essen

Der überraschende Klima-Fußabdruck deines Tellers

Photo from Erik Scheel

Wir lieben es, Essen als Quelle für Verbindung, Kreativität und Nachhaltigkeit zu feiern. Gleichzeitig fragen wir uns, wie wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern können – und damit auch: Was ist eigentlich wichtiger – regionale Zutaten zu verwenden oder darauf zu achten, welche Arten von Lebensmitteln wir essen?
Die Daten von Our World in Data zeigen eine überraschende Wahrheit: Lokal zu essen hat Vorteile, aber die Art der Lebensmittel, die wir wählen, hat einen deutlich größeren Einfluss auf unseren Planeten. Schauen wir uns an, warum das wichtig ist und wie diese Erkenntnisse unsere Entscheidungen bei ToKoKo prägen.

 

Food Miles: Nicht das größte Stück vom Emissionskuchen

Wenn wir darüber nachdenken, die Umweltbilanz unserer Ernährung zu verbessern, fällt vielen zuerst „regional essen“ ein. Intuitiv klingt das logisch – kürzere Transportwege müssten doch weniger Emissionen bedeuten, oder?
Überraschenderweise macht der Transport im Durchschnitt nur etwa 6% der gesamten Emissionen von Lebensmitteln aus. Der Großteil der Klimaauswirkungen hängt damit zusammen, was wir essen – nicht, woher es kommt. Konkret heißt das:

  • Rund 83% der Emissionen von Lebensmitteln entstehen in der Produktion – also beim Anbau, in der Verarbeitung und durch die Nutzung und Veränderung von Land.

  • Bei bestimmten Lebensmitteln, etwa Rind-, Lammfleisch und Milchprodukten, übertreffen die Emissionen aus der Produktion die Transportemissionen bei Weitem.

Das bedeutet nicht, dass regionale Lebensmittel unwichtig sind – sie können lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und widerstandsfähige Lebensmittelsysteme fördern. Aber wenn es darum geht, Emissionen zu senken, hat die Frage, was wir essen, einen deutlich größeren Hebel als die Frage, wie weit unser Essen gereist ist.

 

 

Lebensmittel wählen mit geringerer Klimawirkung

Welche Lebensmittel haben also den geringsten CO₂-Fußabdruck?
Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte schneiden in Sachen Emissionen durchweg besser ab als Produkte tierischen Ursprungs. Zum Beispiel:

  • Rindfleisch verursacht etwa 60 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm – mehr als jedes andere Lebensmittel.

  • Linsen und Erbsen liegen im Vergleich bei nur rund 0,9–1 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm.

  • Selbst Käse und Eier, die oft als weniger „intensiv“ wahrgenommen werden, haben deutlich höhere Emissionen als viele pflanzliche Optionen.

Bei ToKoKo ist unser Fokus auf veganes Kochen also nicht nur eine Frage der Inklusion – es ist eine bewusste Entscheidung, den ökologischen Fußabdruck unserer Mahlzeiten zu reduzieren.

 

Der Faktor Flächennutzung

Neben Emissionen wirkt sich die Lebensmittelproduktion auch stark auf die Nutzung von Flächen aus. Die Tierhaltung beansprucht rund 77% der globalen Agrarfläche, liefert aber nur etwa 18% unserer Kalorien. Wenn mehr Menschen sich pflanzenbasiert ernähren, würde enorme Fläche frei werden – für Wiederaufforstung, mehr Biodiversität und damit zusätzliche Klimaschutzeffekte.

Die Rolle regionaler Lebensmittel in einer nachhaltigen Küche
Auch wenn die Lebensmittelauswahl fürs Klima den größeren Hebel hat, bleiben regionale Produkte ein wichtiger Baustein nachhaltiger Ernährungssysteme:

  • Frische: Regionale Lebensmittel kommen oft mit weniger Verpackung und Verarbeitung aus.
  • Starke Gemeinschaften: Wer lokal einkauft, stärkt Bäuer*innen und Produzent*innen in der Region.
  • Kulturelle Vielfalt: Regionale Produkte halten traditionelle Sorten, Gerichte und Wissen lebendig.
 

ToKoKos Fazit: Mehr Pflanzen, bewusst regional

Die Daten sind eindeutig: Ein Fokus auf pflanzliche Lebensmittel hat den größten Effekt darauf, den CO₂-Fußabdruck unserer Küche zu senken. Das heißt aber nicht, dass uns Regionalität egal ist – vielmehr geht es darum, Zutaten mit geringer Klimawirkung mit saisonalen, regionalen Optionen zu verbinden.

Bei unseren KüFas setzen wir auf Gerichte, die nachhaltig und lecker sind – indem Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte im Zentrum unserer Mahlzeiten stehen.

 

Lust, es auszuprobieren?

Komm zu unserer nächsten KüFa und erlebe, wie wir diese Prinzipien in die Praxis bringen. Ob wärmender Linseneintopf oder ein kreativer Gemüse-Stir-fry – du schmeckst, wie sich Nachhaltigkeit und Genuss verbinden.

 

Quelle: Our World in Data: Food Choice vs. Eating Local

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